Die Diskussion um die Pflege der Grünflächen und die Nachpflanzung von Bäumen in Ilsenburg bleibt ein kontroverses Thema. Die Linke/Grüne Fraktion hatte die Stadtverwaltung kürzlich schriftlich zu den Fortschritten bei der Nachpflanzung von Bäumen und der Pflege der Grünflächen befragt.
Stadt reagiert auf Kritik
Die Stadt Ilsenburg hat auf eine schriftliche Anfrage der Linken/Grünen Fraktion vom 26. November 2025 geantwortet und dabei die aktuelle Situation der Baumfällungen und Grünflächenpflege erläutert.
Nachpflanzung von Bäumen: Die Stadt bestätigt, dass die im Bebauungsplan festgelegten Ausgleichsmaßnahmen für den Forellenpark im April 2025 durch eine Fachfirma umgesetzt wurden. Die Pflanzungen erfolgten entlang eines 16-Meter-Streifens zum Forellenpark sowie als Heckenpflanzung entlang des Grundstücks am Graben A. Die Arbeiten wurden von einem Planungsbüro begleitet und als ordnungsgemäß bestätigt.
Für die Kastanienallee am Suenbach sind Ersatzpflanzungen mit rot blühenden Kastanien geplant, sobald die laufenden Bauabschnitte abgeschlossen sind.
Am Altstadthotel handelt es sich um eine genehmigte private Fällmaßnahme, für die Ersatzpflanzungen in Form von Linden vorgesehen sind.
Die Fällungen in der Fontanestraße, auf dem Friedhof und an der Bushaltestelle Wernigeröder Straße erfolgten aus Gründen der Verkehrssicherheit. Die weiteren Aufarbeitungen dieser Fälle werden durch die neu eingestellte Mitarbeiterin im Bereich Grünpflege ab Februar 2026 erfolgen.
Grünflächenpflege: Die Stadt widerspricht dem Vorwurf, dass das Erscheinungsbild der Grünflächen im Stadtzentrum vernachlässigt sei. Im Vergleich zu anderen Städten werde Ilsenburg von Gästen oft als gepflegt wahrgenommen, auch wenn Verbesserungspotenzial bestehe. Die Stadt verweist auf das Verbot chemischer Unkrautbekämpfungsmittel wie „Roundup“, das die Pflege erschwere. Mechanische Alternativen, wie der Einsatz von Heißdampf im Ilsetal, hätten kaum Erfolg gezeigt.
Personell liegt Ilsenburg mit 6,5 Vollzeitstellen im Bereich Stadtgrün deutlich über dem Landesdurchschnitt von 1,46 Stellen. Dennoch führen Krankheitsausfälle zu Engpässen. Zwei langzeiterkrankte Mitarbeiter sollen ab Mitte Januar 2026 wieder im Dienst sein. Neue Fremdvergaben sind aufgrund der Marktlage kaum realisierbar, und private Pflegeverträge brachten bisher nur begrenzten Erfolg. Die Stadt hofft, dass die neu eingestellte Kollegin durch aktive Bürgeransprache neue Impulse setzen kann.
Für 2025 wurden rund 60.000 Euro für Fremdvergaben aufgewendet, was den Kosten eines eigenen Mitarbeiters entspricht. Das Kernziel für 2026 ist es, die Qualität der Grünflächenpflege im erweiterten Kernbereich zu halten, während in Randbereichen Einschnitte hingenommen werden müssen.
Fazit:
Die Linke/Grüne Fraktion hatte mit ihrer Anfrage auf Missstände hingewiesen. Da wir überzeugt sind, dass Ilsenburg als Luftkurort eine besondere Verantwortung – für die Natur, die Bürger und für viele Gäste hat.