Ehrenamt im politischen Schatten

Wie intransparente Absprachen das Ehrenamt in Ilsenburg gefährden

Von Jörg Holuba

Eine Sachkundige Bürgerin für Ilsenburg – dank SPD-Initiative
Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde Maria Matthäs in der jüngsten Sitzung des Ilsenburger Stadtrates als sachkundige Einwohnerin gewählt. Als SPD-Mitglied bringt sie auch ein tiefes Engagement für die Belange der Stadt mit. Doch was bedeutet diese Rolle eigentlich? Sachkundige Einwohner:innen unterstützen die Arbeit des Stadtrates durch ihr Fachwissen, bereichern Debatten mit externer Expertise und wirken in Ausschüssen mit – alles auf ehrenamtlicher Basis. Eine wichtige Brücke zwischen Bürgerschaft und Politik, die Ilsenburg dringend braucht.

CDU-Zögern: Wenn mündliche Absprachen über Engagement entscheiden
Dass die Wahl von Maria Matthäs überhaupt stattfand, war keineswegs selbstverständlich. Die CDU-Fraktion hatte zunächst Bedenken geäußert. Man wolle sich an eine mündliche Absprache halten, wonach nur Bürger:innen gewählt werden sollten, die bereits auf der letzten Wahlliste standen. Eine Regelung, die nirgends schriftlich fixiert, geschweige denn öffentlich bekannt war. Derartige Absprachen stehen sogar im direkten Widerspruch zur Kommunalverfassung. Nach intensiven Diskussionen und mehrheitlichem Unverständnis, hat sich dann auch die Mehrheit der CDU-Fraktion der Stimme enthalten. Warum entscheiden intransparente Absprachen über die Zukunft des Ehrenamts?

Ehrenamt braucht Vertrauen – statt Ränkespiele
Jeder, der sich ehrenamtlich engagieren will, muss zuvor nicht nur innere Hürden überwinden und vielleicht auch Zweifel beseitigen – oft ohne zu wissen, welche Regeln überhaupt gelten. Wie soll das gelingen, wenn solch undurchsichtige Praktiken derart fatale Botschaften an Engagierte aussenden? Wer sich für ein Ehrenamt entscheidet, möchte mit seinem Wissen Zukunft gestalten und sich nicht in politischen Ränkespielen wiederfinden. Sondern als wertvolle Partner:innen der Stadt wahrgenommen werden. Gerade in Zeiten, in denen sozialer Zusammenhalt und bürgerschaftliches Engagement dringender gebraucht werden denn je, ist das ein gefährliches Signal.

Maria Matthäs – vorbereitet, engagiert, brandenburgerisch
Mit Feuer im Herzen und klarem Verstand präsentierte sich Maria Matthäs dem Stadtrat souverän. Als gebürtige Brandenburgerin stellte sie ihren familiären Hintergrund, ihren beruflichen Werdegang und ihre aktuelle Tätigkeit als Bereichsleiterin der sozialpädagogischen Familienhilfe bei der AWO in Halberstadt vor.  Ihr Profil passt perfekt zu den Herausforderungen einer Stadt wie Ilsenburg und zeigt, dass Engagement sich lohnt, auch gegen Widerstände.


Ilsenburg braucht mehr Menschen wie Maria Matthäs – und weniger undurchsichtige Absprachen. Demokratie lebt von Transparenz und Vertrauen, nicht von mündlichen Absprachen. Es ist an der Zeit, dass einige aus dem Stadtrat ihre vorgefertigten Meinungen „Wir-gegen-die“ mal hinter sich lassen und mehr an das Gemeinschaftliche und das Wohl unserer Ortschaften denken.

So hat Florian Fahrtmann auch gleich für seine SPD-Fraktion, eine solch mündliche Absprache zukünftig für ungültig und nichtig erklärt.